Das Wesen des Menschen. Philosophisches Seminar in Jülich am 21.09.2017, 12.10.2017, 09.11.2017
In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts musste auch die Philosophie auf die Erfolge der modernen Wissenschaften (Biologie, Chemie oder Medizin) reagieren. Auf die alte Frage „Was ist der Mensch?“ eine neue Antwort zu finden, das war eines der großen philosophischen Unternehmungen dieser Zeit. Als ein Ergebnis dieser Anstrengungen entstand als eigene Fachrichtung die „Philosophische Anthropologie“.

Vor allem drei Ansätze aus dieser Zeit werden auch gegenwärtig immer wieder herangezogen, wenn über das „Wesen des Menschen“ nachgedacht wird. Folgende Werke oder Textauszüge liegen dem Seminar zugrunde:

1) Max Scheler (1894 – 1928): Die Stellung des Menschen im Kosmos; Bern/München1978, S. 36-49. Hier entwickelt Scheler die Vorstellung von der Weltoffenheit des Menschen. Das wahre Wesen des Menschen ist seine geistige Personalität, die darin gründet, dass der Mensch zur Transzendenz fähig ist.

2) Helmuth Plessner (1892 – 1985): Der Mensch als Lebewesen, in ders.: Mit anderen Augen. Aspekte einer philosophischen Anthropologie; Stuttgart 2004, S. 9-30. Der Mensch ist ein Wesen, das gleichsam aus sich heraustreten und die Perspektive eines Beobachters seiner selbst einnehmen kann. Er nimmt eine exzentrische Position ein. Eine feste Identität hat der Mensch nicht.

3) Arnold Gehlen (1904 – 1976): Mensch und Institutionen, in: ders.: Anthropologische Forschung; Reinbek b. Hamburg 1981, S. 69-77. Der Mensch ist ein „Sonderentwurf der Natur, ein einzigartiges „Mängelwesen“. Aufgrund seines „Nichtfestgestelltseins“, seines „Unfertigseins“ ist der Mensch aus Lebensnotwendigkeit gezwungen zu handeln, Die menschliche Gattung sichert ihr Überleben, indem sie Kultur und Institutionen schafft.

Ort: Peter-Beier-Haus
      Aachener Straße 13 a
      52428 Jülich
Zeit: 18:00 Uhr - 20:15 Uhr.
Gebühr: 17 € (incl. Kopien)

Markus Melchers
Nordstraße 44
53111 Bonn
Tel.: 0228/632445

Ausdrucken beginnen