Leben und Denken reflektieren, interpretieren und diskutieren 22.09.2017
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Mit Chauffeur zur Ehrung, Kölner Wochenspiegel vom 20.05.2011

Siegfried Distelrath erhielt Literaturpreis - Philosoph staunte über den Text

Eitorf (sc). "Barrieren haben ihren Ursprung in den Köpfen der Menschen", eröffnete Atila Aktas, CBT-Wohnhausleiter der Villa Gauhe in Eitorf, seine Festrede auf Siegfried Distelrath. Der hatte im letzten Winter den Literaturpreis des Verbandes für Kunst und Behinderung" Eucrea" in Hamburg verliehen bekommen.

Im Hotel Schützenhof feierten Villa-Bewohner, Mitarbeiter und Gäste diese hohe Auszeichnung. Mit Beifall begrüßten sie den kreativen Kopf, der dem Anlass entsprechend mit Chauffeur vorgefahren wurde und dann über den roten Teppich schritt. Oikumena-Brass gab der Veranstaltung einen feierlichen musika-lischen Rahmen.

Mit Barrieren in Köpfen, werden Menschen mit geistigem Handikap im Alltag oft konfrontiert. Im Allgemeinen wird ihnen nicht viel zugetraut. Gelingt es aber, Grenzen zu überschreiten, dann eröffnen sich erstaunliche Einsichten. "Kunst und Kreativität überwinden Barrieren", so Aktas Überzeugung und für ihn Grund genug, die CBT-Bewohner in jeder Hinsicht fördern zu lassen.

Siegfried Distelrath hat sich für seine Person für die Grenzgängerei entschieden und bringt das in seinem Gedicht zum Ausdruck: "Ich gebe der Angst die Hand und gehe mit ihr nach vorne in ein unbekanntes Land". Der ungewöhnliche Text brachte den Bonner Philosophen Markus Melchers derart zum Staunen, dass er persönlich nach Eitorf kam, um eine Laudatio zu halten. "Sie haben in wenigen Worten gefühlvoll und greifbar ausgedrückt, worüber sich wichtige Philosophen in dicken Büchern Gedanken gemacht haben."

Dickes Lob gab es auch von Distelraths professioneller Schauspielkollegin Bianca Glathe-Windeck, die schon bei den gemeinsamen Theateraufführungen sein kreatives Potential entdeckt hatte: "Seine Fantasie schlägt Purzelbäume", wusste sie zu berichten.

An der Entstehungsgeschichte des Gedichtes, das auch noch vertont werden soll, war Theaterregisseurin Angelika Schadnik beteiligt. Es ist das Ergebnis eines Gespräches, dass sie mit Distelrath auf einer mehr-stündigen Reise nach München zu Papier brachte.

Der Text von "retourfrei leben" ist gemeinsam mit anderen Beiträgen in dem Buch "diese tagträume tragen mich in die nächte des tages" erschienen und im Internet unter: www.cbt-gmbh.de nachzulesen.

      © Sinn auf Rädern/BelKom