Leben und Denken reflektieren, interpretieren und diskutieren 22.09.2017
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Gäste philosophierten über Gut und Böse - Westerwälder Zeitung vom 10.11.2012
Existenzielle Fragen erörtert

Der „Philosophische Salon“ im Neuen-Galerie-Café-Hachenburg erfreut sich von Beginn an einer stets wachsenden Teilnehmerzahl. In gemütlicher Atmosphäre diskutieren die Gäste unter der Leitung von Gastphilosoph Markus Melchers aus Bonn philosophische Fragen. Jetzt widmete man sich der Frage „Wie kommt das Böse in die Welt?“.

Dabei ging es den Teilnehmern zunächst darum, zu definieren, was man überhaupt unter „böse“ versteht. So wurde die Frage diskutiert, ob die Natur – also etwa ein Erdbeben – auch als böse zu bezeichnen ist. Schnell wurde die Debatte grundsätzlich: Kann ein Mensch prinzipiell böse sein oder nur einzelne böse Handlungen vollziehen? Steckt in jedem Menschen etwas Böses? Ist jeder Mensch zum Bösen befähigt?

In der Erörterung dieser Frage wurde auch der Ausdruck ‚Banalität des Bösen’ von Hannah Arendt erwähnt, wie sie ihn anlässlich des Eichmann-Prozesses in Israel prägte: Das Böse muss gar nicht in Form einer grauenhaft unmenschlich wirkenden Gestalt daher kommen.

Ein anderer Zugang zum „Gut-und-Böse-Problem“ wurde durch die Diskussion über das durch die monotheistischen Religionen geprägte Denken gefunden. Mit dem jeweiligen Gott ist immer auch das Gute assoziiert. Wie aber kann ein guter Gott das Böse zulassen? Hier entsteht das Theodizeeproblem – die Rechtfertigung Gottes angesichts der Übel in der Welt.

Dieses Rechtfertigungsproblem haben die nichtmonotheistischen Religionen nicht. In diesen Zusammenhang gehörte auch die Auseinandersetzung des Kirchenvaters Augustinus und anderen Denkern mit der Gnosis. Was wäre geschehen, wenn das Christentum nicht gesiegt hätte? Ein interessanter Gedanke und eine interessante Frage, die für das christlich geprägte Denken zunächst einmal ungewohnt sind.

Bereits am Freitag, 7. Dezember, bietet das Neue-Galerie-Café seinen Gästen eine weitere philosophische Veranstaltung. An diesem Abend lautet das Thema: „Manchmal frage ich mich, ob es mich gibt.“ Es wird in einem dialogischen Vortag von Prof. Hans-Joachim Pieper (Professor für Philosophie an der Universität Bonn) und Markus Melchers um Glauben und Glaubenszweifel aus philosophischer Sicht gehen.

AG
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