Leben und Denken reflektieren, interpretieren und diskutieren 24.11.2017
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Die Philosophie ist salonfähig; Rheinzeitung (Koblenz) vom 11.11.2011

Hachenburger Reihe erfreut sich nach zehn Veranstaltungen einer ständig wachsenden Beliebtheit

Hachenburg. Jedes Jahr am 17. November feiert die UNESCO den Welttag der Philosophie. In Hachenburg beschäftigen sich Interessierte seit 2009 mit den Fragen nach dem Wie und Warum. Jetzt fand bereits der zehnte Philosopohische Salon im Neue Galerie Café statt - eine Veranstaltung, die sich inzwischen fest etabliert hat und die immer mehr Freunde findet.

Der Philosophische Salon ist kein Oberseminar, sondern bewusst eine kostenfreie Einrichtung für Laien, die damit beginnen möchten, philosophisch zu dneken. Die Hemmschwelle, sich selbst einzubringen, ist bewusst niedrig gesetzt. "Wir wollen uns austauschen und kein Fachwissen reproduzieren", erläutert Initiatorin Annsuse Ganseforth. Unterstützt und geleitet werden die Besucher dabei stets von Markus Melchers, der im Bonner Raum für sein Forum "Sinn auf Rädern" bekannt ist. Unter diesem Titel bietet der er Philosophische Salons in verschiedenen Städten an.

Bei den Terminen in Hachenburg geht es stets um alltaugstaugliche Themen, zu denen jeder etwas zu sagen hat. Beim zehnten Salon wurde die Liebe aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Wie immer stellte Melchers den Teilnehmern zunächst einge - teils provokante - Zitate vor, durch die sich schnell eine Diskussion entzündete. Dabei wurde klar, dass eine eindeutige und für alle Formen der Liebe geltende Bestimmung scheitern muss.

Ihre anfänglichen Zweifel, ob ein solcher Salon in einer kleinen Stadt wie Hachenburg funktionieren würde, konnte Ganseforth, die das Café im Auftrag des Künstlerpaares Renate von Charlottenburg/Balavat leitet, schnell beisete schieben. "Der Einzug der Philosophie hat von Anfang an geklappt", freut sie sich über die Offenheit der Teilnehmer und das gute Niveau der Treffen.

Bestätigung für ihr Projekt erhält Ganseforth auch dadurch, dass die Gäste teils weite Anfahrtswege in Kauf nehmen, um bei den Terminen in inzwischen vertrauter Atmosphäre dabei zu sein. Angeregt werden die Gespräche während des salon auch darüber hinaus durch die irritierenden Kunstwerke, die das Besitzerehepaar in dem Café ausstellt.

Nadja Hoffmann-Heidrich   

      © Sinn auf Rädern/BelKom